Hilfe! Schlechtere Google Platzierung nach Core Update!

Google verändert seine Suchsysteme laufend, um relevante und verlässliche Inhalte besser einordnen zu können. Neben kleineren Anpassungen führt das Unternehmen mehrmals pro Jahr sogenannte Core Updates durch. Dabei handelt es sich um umfassende Änderungen an den grundlegenden Ranking-Systemen.

Solche Updates können dazu führen, dass einzelne Seiten plötzlich bessere oder schlechtere Positionen erreichen. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine betroffene Website gegen Richtlinien verstoßen hat oder von Google abgestraft wurde. Häufig bewertet Google lediglich neu, welche Inhalte eine bestimmte Suchanfrage derzeit am besten beantworten.

Auch 2026 wurden bereits mehrere Core Updates offiziell bestätigt. Das March 2026 Core Update lief vom 27. März bis zum 8. April, das May 2026 Core Update vom 21. Mai bis zum 2. Juni. Während eines solchen Rollouts können Rankings deutlich schwanken, weshalb eine belastbare Analyse erst nach dessen vollständigem Abschluss sinnvoll ist.

Wenn Ihre Website scheinbar über Nacht deutlich weniger Zugriffe erhält, sollten Sie deshalb nicht vorschnell Inhalte löschen oder die gesamte SEO-Strategie ändern. Zuerst muss geklärt werden, ob tatsächlich ein Core Update, ein technisches Problem, veränderte Nachfrage oder eine andere Ursache dahintersteckt.

Was sind Google Core Updates?

 

Tweet der Google @SearchLiason zur Update Ankündigung

Google Core Updates sind umfassende Anpassungen an den Suchalgorithmen und Ranking-Systemen. Sie richten sich nicht gezielt gegen einzelne Websites, Branchen oder bestimmte technische Fehler. Ihr Zweck besteht darin, hilfreiche und verlässliche Ergebnisse insgesamt besser zu bewerten.

Google vergleicht diesen Prozess mit einer regelmäßig überarbeiteten Empfehlungsliste. Wenn neue Angebote hinzukommen oder sich bestehende weiterentwickeln, verändert sich die Reihenfolge. Ein früher gut bewerteter Eintrag muss dadurch nicht plötzlich schlecht geworden sein. Andere Ergebnisse können inzwischen lediglich besser zur aktuellen Anfrage passen.

Core Updates unterscheiden sich damit von Spam Updates und manuellen Maßnahmen. Bei einer manuellen Maßnahme stellt Google einen konkreten Richtlinienverstoß fest und informiert den Websitebetreiber in der Search Console. Ein Core Update dagegen ist eine allgemeine Neubewertung von Inhalten und Suchergebnissen.

Ein Rankingverlust kann deshalb nicht über einen einzelnen Schalter oder eine schnelle technische Korrektur behoben werden. Ebenso gibt es kein spezielles Plugin, das eine verlorene Position automatisch wiederherstellt.

Google veröffentlicht den Beginn und das Ende größerer Updates im Google Search Status Dashboard. Diese offiziellen Zeiträume sollten mit den Daten aus der Google Search Console verglichen werden. Stimmen Rückgänge zeitlich ungefähr überein, ist ein Zusammenhang möglich, aber noch nicht bewiesen.

Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness – E-E-A-T

Aus dem früheren E-A-T wurde Ende 2022 E-E-A-T. Das zusätzliche „E“ steht für Experience, also praktische beziehungsweise persönliche Erfahrung. Das Konzept umfasst damit:

Experience: Hat die Person eigene Erfahrung mit dem behandelten Thema?
Expertise: Verfügt sie über das erforderliche Fachwissen?
Authoritativeness: Wird die Person oder Organisation als relevante Quelle anerkannt?
Trustworthiness: Sind Inhalte, Anbieter und Website insgesamt vertrauenswürdig?

E-E-A-T ist kein einzelner messbarer Rankingfaktor und es gibt keinen entsprechenden Wert in der Google Search Console. Das Konzept stammt aus den Search Quality Rater Guidelines. Menschliche Qualitätsprüfer beurteilen damit, ob Suchergebnisse hilfreich und vertrauenswürdig wirken. Ihre Bewertungen verändern die Rankings einzelner Websites nicht direkt, sondern helfen Google dabei, die Qualität seiner Suchsysteme zu überprüfen.

Für die praktische Suchmaschinenoptimierung ist E-E-A-T dennoch ein sinnvoller Qualitätsrahmen. Unternehmen sollten nachvollziehbar zeigen, wer hinter den Inhalten steht, welche Erfahrung vorhanden ist und auf welchen Quellen wichtige Aussagen beruhen.

Dazu gehören beispielsweise aussagekräftige Autoreninformationen, transparente Unternehmensdaten, konkrete Praxisbeispiele, belegbare Referenzen und regelmäßig aktualisierte Inhalte. Bei Fachthemen sollten Texte von qualifizierten Personen erstellt oder zumindest fachlich geprüft werden.

Besonders wichtig ist Vertrauen. Eine Website kann umfangreiche und fachlich klingende Inhalte bereitstellen, aber dennoch unglaubwürdig wirken, wenn Ansprechpartner, Quellen, Verantwortlichkeiten oder wichtige Unternehmensinformationen fehlen.

Verlierer, aber auch Gewinner!

Bei jedem Core Update verlieren manche Seiten an Sichtbarkeit, während andere bessere Positionen erreichen. Die Veränderungen müssen sich nicht auf die gesamte Website beziehen. Häufig sind nur einzelne Themen, Seitentypen oder Suchintentionen betroffen.

Eine Leistungsseite kann beispielsweise stabil bleiben, während mehrere ältere Blogbeiträge Zugriffe verlieren. Ebenso kann eine Kategorie schlechter ranken, obwohl einzelne Produktseiten sogar bessere Positionen erreichen. Eine pauschale Bewertung der gesamten Domain greift deshalb meist zu kurz.

Besondere Sorgfalt ist weiterhin bei sogenannten YMYL-Themen erforderlich. Die Abkürzung steht für „Your Money or Your Life“ und umfasst Inhalte, die Gesundheit, finanzielle Sicherheit, persönliche Sicherheit oder gesellschaftlich wichtige Entscheidungen beeinflussen können.

Dazu gehören unter anderem medizinische, rechtliche und finanzielle Informationen. Bei solchen Themen sind fachliche Qualifikation, korrekte Quellen und transparente Verantwortlichkeiten besonders wichtig. Allgemeine Texte ohne nachvollziehbare Expertise reichen hier selten aus.

Auch Webshops benötigen starke Vertrauenssignale. Sichere Zahlungsprozesse, korrekte Produktinformationen, klare Rückgabebedingungen und erreichbare Ansprechpartner beeinflussen zwar nicht automatisch über einen einzelnen E-E-A-T-Wert das Ranking, sind aber für Nutzer und die allgemeine Qualität des Angebots entscheidend.

Ein weiterer Punkt ist die Veränderung der Suchergebnisse selbst. Google zeigt heute neben klassischen Links auch AI Overviews, Videos, Bilder, lokale Treffer, Shopping-Ergebnisse und weitere Suchfunktionen. Dadurch kann die Klickrate sinken, obwohl eine Seite ihre Position ungefähr hält. Ein Rückgang bei den Besuchen muss deshalb nicht zwangsläufig durch schlechtere klassische Rankings verursacht worden sein.

Rankingverlust nach Update! Was jetzt?

Ein Rankingverlust nach einem Core Update ist kein Grund für Panik, sollte aber systematisch untersucht werden. Voreilige Änderungen während des Rollouts erschweren die Analyse, weil sich Positionen in dieser Zeit noch mehrfach verändern können.

Google empfiehlt, zunächst das vollständige Ende des Updates abzuwarten. Danach sollte mindestens eine weitere Woche vergehen, bevor die Daten in der Search Console ausgewertet werden. Vergleichen Sie anschließend einen Zeitraum nach dem Update mit einem gleich langen Zeitraum davor.

Prüfen Sie dabei nicht nur den gesamten organischen Traffic, sondern insbesondere:

  • Welche Seiten haben Impressionen oder Klicks verloren?
  • Welche Suchanfragen sind betroffen?
  • Sind die Positionen tatsächlich gefallen oder nur die Klickraten?
  • Betrifft der Rückgang Mobilgeräte und Desktop gleichermaßen?
  • Sind einzelne Länder, Produkte oder Themen stärker betroffen?
  • Haben sich Anfragen und Umsätze ebenfalls verändert?

Die Größenordnung ist ebenfalls wichtig. Ein Rückgang von Position zwei auf vier rechtfertigt normalerweise keine radikale Überarbeitung. Fällt eine wirtschaftlich wichtige Seite dagegen von Position vier auf 29, ist eine gründliche Analyse notwendig. Google selbst empfiehlt bei kleineren Veränderungen, gut funktionierende Inhalte nicht vorschnell zu verändern.

Bevor Sie das Core Update verantwortlich machen, sollten technische Ursachen ausgeschlossen werden. Kontrollieren Sie, ob wichtige Seiten erreichbar und indexierbar sind. Änderungen an robots.txt, Canonical-Tags, Weiterleitungen oder internen Links können zeitgleich mit einem Update aufgetreten sein und ähnliche Auswirkungen verursachen.

Auch saisonale Nachfrage, verändertes Suchverhalten oder reduzierte Werbeaktivitäten können den Traffic beeinflussen. Ein Vergleich mit dem Vorjahr ist deshalb häufig aussagekräftiger als der Vergleich zweier direkt aufeinanderfolgender Wochen.

Wenn ein deutlicher und nachhaltiger Verlust erkennbar ist, sollten die betroffenen Inhalte nach folgenden Kriterien bewertet werden:

Qualität

Prüfen Sie, ob der Inhalt die Suchanfrage vollständig und nachvollziehbar beantwortet. Eine Seite muss nicht besonders lang sein, sondern die relevante Information ohne unnötige Umwege bereitstellen.

Kontrollieren Sie, ob Aussagen noch aktuell sind, Quellen funktionieren und wichtige Entwicklungen ergänzt wurden. Veraltete Jahreszahlen, nicht mehr verfügbare Produkte oder überholte technische Empfehlungen reduzieren den Nutzen eines Beitrags.

Seitentitel und Meta Description sollten den tatsächlichen Inhalt korrekt beschreiben. Übertriebene Versprechen können zwar kurzfristig Klicks erzeugen, führen aber zu Enttäuschung, wenn die Seite die angekündigte Antwort nicht liefert.

Auch stark ähnliche oder massenhaft produzierte Inhalte sollten hinterfragt werden. Wenn mehrere Beiträge dasselbe Thema nur geringfügig unterschiedlich behandeln, kann eine Zusammenführung sinnvoller sein als die weitere Optimierung jeder einzelnen Seite.

Produktion und Präsentation

Gute Inhalte können an Wirkung verlieren, wenn die Darstellung unübersichtlich oder technisch fehlerhaft ist. Lange Textblöcke, aggressive Werbeeinblendungen, schlecht bedienbare Cookie-Banner oder verzögert ladende Elemente erschweren die Nutzung.

Die Website sollte auf Mobilgeräten zuverlässig funktionieren, schnell reagieren und eine nachvollziehbare Navigation bieten. Bilder, Tabellen und Videos müssen den Inhalt unterstützen und dürfen nicht nur als Dekoration dienen.

Auch KI-generierte Texte benötigen eine fachliche und redaktionelle Prüfung. Google verbietet KI-Unterstützung nicht pauschal. Problematisch sind jedoch Inhalte, die in großer Menge erzeugt werden, keine eigenständige Leistung enthalten oder hauptsächlich Suchsysteme beeinflussen sollen.

Überarbeiten Sie betroffene Seiten deshalb nicht nur sprachlich. Prüfen Sie, ob sie eigene Erfahrung, konkrete Empfehlungen und Informationen enthalten, die über eine allgemeine Zusammenfassung bereits bekannter Aussagen hinausgehen.

Expertise

Besucher sollten erkennen können, wer für einen Inhalt verantwortlich ist und warum diese Person oder das Unternehmen dazu qualifiziert ist, das jeweilige Thema zu behandeln.

Bei einem technischen Fachartikel kann dies durch berufliche Erfahrung, Projektbeispiele und nachvollziehbare Quellen gezeigt werden. Bei rechtlichen oder medizinischen Themen kann eine fachliche Prüfung durch entsprechend qualifizierte Personen erforderlich sein.

Eine Autorenbox allein löst das Problem nicht. Die nachgewiesene Erfahrung muss zum Inhalt passen. Ein allgemeines Marketingprofil schafft keine medizinische Expertise, und ein automatisch eingefügter Autorenname macht einen ungeprüften KI-Text nicht vertrauenswürdig.

Kontrollieren Sie außerdem Unternehmensinformationen, Impressum, Kontaktmöglichkeiten und Angaben zu Verantwortlichkeiten. Vertrauen entsteht nicht durch Schlagwörter, sondern durch überprüfbare Informationen.

Mitbewerbervergleich

Vergleichen Sie die verlorene Seite mit jenen Ergebnissen, die nach dem Update bessere Positionen erreicht haben. Dabei geht es nicht darum, deren Texte zu kopieren oder lediglich länger zu schreiben.

Prüfen Sie stattdessen:

  • Beantworten die anderen Seiten die Suchintention genauer?
  • Sind Informationen aktueller oder besser belegt?
  • Werden konkrete Beispiele und Erfahrungen gezeigt?
  • Ist der Aufbau verständlicher?
  • Bieten sie hilfreiche Werkzeuge, Tabellen, Bilder oder Videos?
  • Ist der Anbieter transparenter und fachlich glaubwürdiger?

Achten Sie auch darauf, ob sich die Art der Suchergebnisse verändert hat. Wenn Google für eine Suchanfrage plötzlich überwiegend Produktseiten statt Blogartikel zeigt, passt möglicherweise nicht mehr nur der Text, sondern der gesamte Seitentyp nicht zur aktuellen Suchintention.

Best Practices der Mitbewerber können als Orientierung dienen. Eine bloße Nachahmung erzeugt jedoch selten einen echten Vorteil. Ziel sollte sein, die Frage der Nutzer besser, konkreter und glaubwürdiger zu beantworten.

Nach einem Core Update ist Geduld notwendig. Verbesserungen können jederzeit berücksichtigt werden, größere Veränderungen werden aber häufig erst über mehrere Wochen oder im Umfeld eines späteren Core Updates deutlich sichtbar. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass durchgeführte Änderungen keine garantierte Wiederherstellung früherer Positionen bedeuten.

Ein Rankingverlust sollte deshalb nicht mit hektischen Einzelmaßnahmen beantwortet werden. Sinnvoller ist eine klare Priorisierung: Zuerst technische Probleme ausschließen, anschließend stark betroffene und wirtschaftlich relevante Seiten untersuchen und erst danach gezielte Verbesserungen umsetzen.

IXSOL unterstützt Unternehmen bei der Analyse von Sichtbarkeitsverlusten, der technischen Prüfung ihrer Website und der Überarbeitung bestehender Inhalte. Dabei betrachten wir nicht nur einzelne Keywordpositionen, sondern auch Impressionen, Klicks, Suchintentionen, Anfragen und geschäftlich relevante Seiten.

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