Digitale Marketingkanäle sind längst zum festen Bestandteil der Unternehmenskommunikation geworden. Gleichzeitig konkurrieren immer mehr Anbieter um dieselben Zielgruppen. Klassische Werbebanner, allgemeine Verkaufstexte und austauschbare Social-Media-Beiträge reichen deshalb häufig nicht mehr aus, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und Interessenten zu einer konkreten Handlung zu bewegen.
Interaktive Marketinginstrumente setzen nicht nur auf passive Informationsvermittlung. Sie laden Nutzer dazu ein, Fragen zu beantworten, Einstellungen auszuwählen, eine Berechnung durchzuführen oder Inhalte individuell zusammenzustellen. Dazu gehören beispielsweise Umfragen, Konfiguratoren, Rechner, Produktfinder, Quizformate und digitale Publikationen.
Solche Formate können Unternehmen dabei helfen, komplexe Angebote verständlicher zu erklären und mehr über die tatsächlichen Anforderungen ihrer Zielgruppe zu erfahren. Interaktion allein garantiert allerdings weder mehr Umsatz noch bessere Rankings. Ein Tool ist nur dann sinnvoll, wenn es ein konkretes Problem löst und Nutzer zu einem passenden nächsten Schritt führt.
Besondere Bedeutung haben dabei direkt erhobene Daten. Angaben, die Interessenten freiwillig in einem Produktfinder, einer Umfrage oder einem Konfigurator machen, können wertvolle Einblicke liefern. Unternehmen müssen dabei transparent erklären, welche Daten sie erheben, wofür diese benötigt werden und wie lange sie gespeichert bleiben. Für jede Verarbeitung personenbezogener Daten ist eine geeignete Rechtsgrundlage erforderlich. Eine Einwilligung ist nicht automatisch in jedem Fall die richtige oder einzige Grundlage.
Die folgenden Instrumente zeigen, wie interaktive Inhalte sinnvoll in eine digitale Marketingstrategie eingebunden werden können.
1. Infografiken – Mehr als ein attraktiver Blickfang
Infografiken bereiten komplexe Informationen visuell auf. Sie eignen sich besonders für Zahlen, Abläufe, Vergleiche und Zusammenhänge, die sich in einem reinen Fließtext nur schwer verständlich erklären lassen.
Im B2B-Marketing können Infografiken beispielsweise einen Projektablauf darstellen, Ergebnisse einer Untersuchung zusammenfassen oder Unterschiede zwischen mehreren technischen Lösungen verdeutlichen. Dadurch unterstützen sie die fachliche Positionierung eines Unternehmens, sofern die verwendeten Daten korrekt und nachvollziehbar sind. Eine Infografik sollte deshalb nicht nur ansprechend aussehen. Sie benötigt eine klar erkennbare Aussage, eine logische Leserichtung und eine verlässliche Datenquelle. Werden Zahlen verwendet, sollten Quelle und Erhebungszeitraum angegeben werden. Andernfalls besteht die Gefahr, mit optisch überzeugenden, aber inhaltlich kaum überprüfbaren Aussagen Vertrauen zu verlieren.
Auch die Verteilung muss bereits bei der Gestaltung berücksichtigt werden. Eine ausführliche Infografik für einen Blogbeitrag benötigt ein anderes Format als eine Grafik für LinkedIn oder einen Newsletter. Statt dieselbe Grafik lediglich zu verkleinern, ist es häufig sinnvoller, einzelne Inhalte für unterschiedliche Kanäle neu aufzubereiten. Infografiken können außerdem über Suchmaschinen und soziale Netzwerke zusätzliche Besucher erreichen. Das geschieht jedoch nicht automatisch. Die umgebende Seite benötigt einen verständlichen Seitentitel, ein klares Thema und ausreichend erklärenden Text. Eine Bilddatei allein bietet Suchmaschinen und Menschen mit Sehbeeinträchtigungen nur begrenzte Informationen.
Für informative Grafiken sollte deshalb eine passende Textalternative bereitgestellt werden. Bei komplexen Diagrammen reicht ein kurzer Alternativtext meist nicht aus. Die wichtigsten Aussagen und Daten sollten zusätzlich als normaler Text oder zugängliche Tabelle verfügbar sein. Farben dürfen nicht das einzige Mittel sein, um Werte oder Kategorien zu unterscheiden. Ergänzende Beschriftungen, Muster und Symbole verbessern die Verständlichkeit.
Eine Infografik wird zum Marketinginstrument, wenn sie einen konkreten Nutzen bietet und in einen nachvollziehbaren Prozess eingebunden ist. Am Ende kann beispielsweise ein vertiefender Fachartikel, ein Download, eine Leistungsseite oder eine persönliche Beratung angeboten werden.
2. Mit Umfragen wertvolles Kundenfeedback sammeln
Onlineumfragen ermöglichen Unternehmen, Rückmeldungen direkt von Kunden, Interessenten oder Mitarbeitern einzuholen. Sie können dabei helfen, Angebote weiterzuentwickeln, Probleme in bestehenden Abläufen zu erkennen oder den tatsächlichen Bedarf einer Zielgruppe besser zu verstehen.
Auch Produktfinder und Bedarfsermittlungen gehören in diesen Bereich. Statt Nutzer lediglich nach ihrer Meinung zu fragen, führen solche Anwendungen durch mehrere Fragen und empfehlen anschließend eine passende Leistung oder Produktkategorie. Der IXSOL Web-Check ist ein Beispiel dafür, wie Interessenten über konkrete Anforderungen zu einer geeigneten Lösung geführt werden können.

Damit eine Umfrage brauchbare Ergebnisse liefert, muss ihr Ziel vorab feststehen. Wer gleichzeitig Kundenzufriedenheit, Kaufabsicht, Markenwahrnehmung und Produktideen erheben möchte, erhält häufig lange Fragebögen und schwer auswertbare Antworten.
Beschränken Sie sich deshalb auf Fragen, deren Antworten tatsächlich verwendet werden. Teilnehmer sollten außerdem erkennen, wie lange die Befragung ungefähr dauert und ob ihre Angaben anonym oder personenbezogen verarbeitet werden.
Die ursprüngliche Aussage, dass für jede Befragung zwingend eine aktive Einwilligung eingeholt werden muss, ist zu pauschal. Nach der DSGVO benötigt jede Verarbeitung personenbezogener Daten eine gültige Rechtsgrundlage. Je nach Zweck können neben der Einwilligung auch Vertragserfüllung oder berechtigte Interessen infrage kommen. Wird eine Einwilligung verwendet, muss sie freiwillig, spezifisch, informiert und eindeutig erteilt werden. Vorangekreuzte Felder oder erzwungene Zustimmungen sind nicht ausreichend.
Für eine nachvollziehbare Umsetzung sollten Sie insbesondere klären:
- Welche personenbezogenen Daten werden erhoben?
- Für welchen Zweck werden die Antworten verwendet?
- Werden IP-Adressen oder andere technische Daten gespeichert?
- Wie lange bleiben die Daten erhalten?
- Wer hat Zugriff auf die Ergebnisse?
- Werden externe Umfrageanbieter oder KI-Dienste eingesetzt?
- Sollen Teilnehmer später zusätzlich Werbung erhalten?
Eine Teilnahme an einer Umfrage darf nicht automatisch als Einwilligung in einen Newsletter oder andere Werbung interpretiert werden. Für unterschiedliche Zwecke sind getrennte Informationen und gegebenenfalls getrennte Einwilligungen erforderlich.
Auch eingebundene Drittanbieter sollten sorgfältig geprüft werden. Werden Daten an externe Plattformen übertragen, müssen Auftragsverarbeitung, Speicherort und technische Schutzmaßnahmen geklärt werden. Ein optisch gut integriertes Formular ist nicht automatisch datenschutzkonform.
Bei der Gestaltung sind zudem barrierefreie Formulare wichtig. Fragen brauchen eindeutige Beschriftungen, Fehlermeldungen müssen verständlich sein und sämtliche Funktionen sollten mit der Tastatur bedient werden können. Eine Umfrage, die einen Teil der Zielgruppe technisch ausschließt, liefert im Zweifel auch verzerrte Ergebnisse.
3. Sportevents zum Marketingereignis machen
Große Sportveranstaltungen erzeugen Aufmerksamkeit und können als Anlass für zeitlich begrenzte Kampagnen dienen. Tippspiele, interne Wettbewerbe und Community-Aktionen ermöglichen eine regelmäßige Interaktion über einen längeren Zeitraum.
Ein Tippspiel eignet sich beispielsweise zur Kundenbindung, als begleitende Aktion für bestehende Kontakte oder für das interne Team- und Communitybuilding. Der Nutzen entsteht nicht allein durch das Spiel, sondern durch die begleitende Kommunikation. Erinnerungen, Zwischenstände und redaktionelle Inhalte schaffen wiederkehrende Kontaktpunkte.

Unternehmen sollten jedoch genau prüfen, ob ein solches Format zur eigenen Marke und Zielgruppe passt. Ein Sportevent ist kein universell passender Marketinganlass. Wenn der Zusammenhang mit dem Unternehmen künstlich wirkt, bleibt das Tippspiel eine kurzfristige Unterhaltung ohne nachhaltigen geschäftlichen Nutzen.
Vor der Umsetzung müssen außerdem Datenschutz, Teilnahmebedingungen und mögliche Gewinnspielvorschriften geklärt werden.
Es sollte eindeutig erkennbar sein:
- wer das Tippspiel veranstaltet
- wer teilnehmen darf
- welche Daten benötigt werden
- wie Gewinner ermittelt werden
- ob und welche Preise vergeben werden
- wie lange Benutzerdaten gespeichert bleiben
- ob Teilnehmer zusätzliche Marketingkommunikation erhalten

Multichannel Marketing: Dank Social Media Integration, können Sie die Kundenansprache auf verschiedene Plattformen ausweiten.
IXSOL verfolgt bei der Ansprache neuer Kontakte einen Permission-first-Ansatz. Ein Tippspiel sollte nicht als Vorwand dienen, fremde Empfänger ohne vorherige Zustimmung in einen Werbeverteiler aufzunehmen. Die Teilnahme und eine mögliche Zustimmung zu weiterer Kommunikation müssen klar voneinander getrennt bleiben.
Auch Sicherheit und Barrierefreiheit sind relevant. Benutzerkonten müssen geschützt, Passwörter sicher verarbeitet und personenbezogene Daten auf das notwendige Minimum beschränkt werden. Die Plattform sollte mit Tastatur und assistiven Technologien bedienbar sein und auf Mobilgeräten zuverlässig funktionieren.
Ein solches Marketinginstrument ist dann sinnvoll, wenn das Ziel vor Beginn festgelegt wird. Geht es um Aktivierung bestehender Kunden, interne Kommunikation, Markenbekanntheit oder qualifizierte Kontakte? Ohne klare Zielsetzung lässt sich nach dem Event kaum beurteilen, ob der Aufwand wirtschaftlich gerechtfertigt war.
4. Broschüren und Flipbooks als hochwertige Downloads
Digitale Broschüren, Whitepaper und Produktkataloge eignen sich weiterhin zur Vermittlung umfangreicher Informationen. Sie können per E-Mail versendet, über Landingpages angeboten oder in Beratungsgesprächen verwendet werden.
Ein Flipbook ergänzt ein PDF um eine blätterbare Darstellung im Browser. Das kann bei Magazinen oder Produktkatalogen optisch ansprechend wirken. Der Umblättereffekt allein schafft jedoch keinen zusätzlichen inhaltlichen Nutzen und kann auf Smartphones oder bei Nutzung assistiver Technologien sogar hinderlich sein.

Generieren Sie aus Ihren PDF-Dateien interaktive Flipbooks um Ihr Angebot noch übersichtlicher zu gestalten.
Ordnet ein Flipbook jede PDF-Seite nur als Bild an, können Screenreader den Text möglicherweise nicht erfassen. Auch Suche, Textauswahl, Vergrößerung und Tastaturbedienung können eingeschränkt sein. Digitale Publikationen müssen deshalb so umgesetzt werden, dass Inhalte per Tastatur erreichbar, per Screenreader lesbar und bei Vergrößerung weiterhin verständlich bleiben. Die WCAG verlangen unter anderem Textalternativen für nicht textliche Inhalte, vollständige Tastaturbedienbarkeit, verständliche Navigation und Kompatibilität mit assistiven Technologien.
Das Ausgangs-PDF sollte ebenfalls zugänglich aufgebaut sein. Dazu gehören eine korrekte Lesereihenfolge, ausgezeichnete Überschriften, strukturierte Tabellen, Alternativtexte und festgelegte Dokumenteigenschaften. Ein grafisch gestaltetes PDF ohne semantische Struktur wird durch die Umwandlung in ein Flipbook nicht automatisch barrierefrei.
In vielen Fällen ist eine HTML-Version die nutzerfreundlichere Lösung. Sie lässt sich besser an unterschiedliche Bildschirmgrößen anpassen, von Suchmaschinen erfassen und mit assistiven Technologien nutzen. Ein PDF kann ergänzend als Download angeboten werden.
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